Sehenswürdigkeiten » Israel » Tel Aviv » Bauhaus in der Weißen Stadt (UNESCO Weltkulturerbe)

Hier können Sie Gästeführer in Tel Aviv finden und Anfrage wegen Stadtführung aufgeben.

Bauhaus in der Weißen Stadt (UNESCO Weltkulturerbe)

Nachdem das Nazi Regime die letzte Bauhaus Schule in Berlin 1933 schloß, gingen viele der Architekten ins Ausland, die Juden unter ihnen kamen in das britische Mandatsgebiet Palästina. Im erst 1909 gegründeten Tel Aviv konnten sie ihre architektonischen und zionistischen Visionen verwirklichen: Eine neue Gesellschaft, sozialistisch und frei von europäischen Zwängen.

In den Jahren von 1930 bis zur Staatsgründung 1948 wurden in Tel Aviv von über 130 verschiedenen Architekten um die 4,000 Bauhäuser errichtet, viele davon Flüchtlinge aus Nazi-Deutschland. Heute stehen über 1,500 Bauhäuser unter Denkmalschutz, viele sind renoviert – aber zu viele warten noch darauf.

Einige der typischen Bauhaus Elemente mußten den hiesigen Bedingungen angepaßt werden. Große horizontale Fensterfronten, das charakteristische Element vom Franzosen Le Corbusier, waren untauglich im heißen Klima, sie wurden ersetzt durch kleine Fenster und langen schmalen Balkonen. Zwecks besserer Luftzirkulation hatten die Balkonfronten Schlitze. Die Häuser hatten Erdgeschoß und 2-3 Stockwerke darüber. Die Flachdächer dienten zur Entspannung der Wohngemeinschaft und zum Wäsche trocknen, mitunter auch als Gemüsedachgarten. Die Außenwände waren Waschputz oder Kratzputz. Viele der Häuser hatten einen weißen oder sehr hellen Anstrich und dies gab Tel Aviv den Namen die "weiße Stadt".

Der bekannte Architekt Erich Mendelsohn führte abgerundete Ecken und Balkone ein, und insbesondere Eckhäuser sahen häufig aus wie der Bug eines Schiffes. Die Treppenhäuser hatten "Bullaugen"- oder "Fieberthermometer"-Fenster.

Die Architekten und Bauherren importierten außer Wasser und Sand alles an Baumaterial: Holz, Kacheln, Sanitärbedarf, Fenster und Türen, sowie das Glas dazu, und sogar den Zement. Sie vertrauten auf den ihnen bekannten Produkten und sahen die einheimischen Materialien als minderwertig an.

Wo kann man die Bauhäuser sehen:
Sehr empfehlenswert ist es sich im Bauhaus Center, Dizengoff Str. 99 (etwas nördlich vom Dizengoff Platz) einen Audio-Guide zu nehmen und damit die Gegend zu erkunden. Hier gibt es ein gutes Buch zu kaufen um mehr über die Architekten und ihre Ideen zu erfahren.
Ich mag auch sehr gerne die Häuser entlang am Rothschild Blvd.