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Tel Arad National Park: Kanaaniter Stadt und jüdischer Tempel

Wer Tel Arad besucht ist garantiert abseits des Touristenpfades, und hat die Möglichkeit in Ruhe sich mit dem Alten Testament und kanaanitischer und jüdischer Geschichte aus einander zusetzen. Leider ist es etwas "Stiefkind" der National Parks und dabei ist Tel Arad so faszinierend für jeden historisch-archäologisch interessierten Besucher.

Nirgendswo gibt es eine besser erhaltene große kanaanitische Stadt und auch nur hier wurde ein Heiligtum gefunden das dem des salomonischen Tempels ähnelt!

Die kanaanäische Unterstadt wurde seit der späten Steinzeit (3400-3150) besiedelt. Eine schützende 1.200 m lang und 10-30 m Breite Mauer, gespickt mit Türmen und Toren umgab die Stadt während der frühen Bronzezeit (3150-2200 v. Chr.). Es war wohl eine Mauer mit einer Basis aus Stein Basis und Lehmziegeln oben drauf, und nicht wie die rekonstruierte Mauer aus Stein.

Die Siedlung war gut geplant und basiert auf Vierteln mit breiten Plätzen, Tempeln, öffentlichen Gebäuden und Häusern, Straßen mit Entwässerung, die Wasser in Zisternen leiteten - alles gut geplant und ästhetisch gebaut.

Die 5.000 Jahre alten Überreste sind die besten von einer kanaanäischen Stadt in Israel und im Nahen Osten. Hier ist auch der Wendepunkt von Clan-Siedlungen zu einer organisierten regierten Gesellschaft – ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung der menschlichen Kultur.

Der König von Arad verweigerte Moses und den Israeliten die Durchreise durch sein Gebiet auf ihrem Weg nach Kanaan. So mussten sie den Umweg über Edom nehmen und aus dem Osten in der Nähe von Jericho ins verheißene Land kommen (4 Moses 21:1). Nach der Eroberung von Joshua (Josua 12:14) wurde das Gebiet dem Stamm Juda und den "Kindern des Keniters" (Moses Schwiegervater) übergeben (Richter 01:16).

Zu dieser Zeit (1200 v. Chr.) wurde die israelitische Stadt auf dem Hügel oben gegründet. Unter König Salomon entwickelte sich die Stadt und eine Zitadelle wurde gebaut. Die Bevölkerung könnte bis zu 7.000 gewesen sein.

Die Festung Arad ist erwähnt in die Liste der eroberte Städte des ägyptischen Pharaos Shishak (920 v. Chr.), aber wurde schnell durch das Königreich Juda wieder zurück erobert bis sie 586 v. Chr. durch die Babylonier zerstört wurde. Bis zur Zerstörung des ersten Tempels diente es als königliches, militärisches und administratives Zentrum des südlichen Grenzgebiets.

Arad diente als regionales Zentrum für die umliegenden Dörfer. Angebaut wurden Gerste und Kichererbsen, sowie Schafe und Ziegen wurden gezüchtet. Der Handel mit Bitumen, Salz, und Kupfer florierte mit Ägypten, letzteres stammte wahrscheinlich aus den Timna-Minen nördlich von Eilat.

Während der persischen, hellenistischen und römischen Zeiten lag Arad entlang wichtiger Handelswege. Hebräische Ostraca aus dem Jüdischen Krieg gegen Rom (66-70 n. Chr.) zwischen dem königlichen Haus von Judah und dem Kommandanten von Arad wurden gefunden. Die Zitadelle wurde beschädigt und repariert und war bis zum 7. Jahrhundert im Gebrauch. Erst während der arabischen Übernahme im Jahre 636 wurde Arad aufgegeben.


Unterstadt

Hier findet man ein teil-rekonstruiertes kanaanäisches "Arad" Haus, typisch für die Periode, einen Doppel-Tempel (ähnlich wie der in Megido), die Stadtmauer und einen Brunnen.

Es gab keine Wasserressourcen in der Nähe von Arad, und die ganze Wasserversorgung beruhte auf aufgefangenem Niederschlag. Wasser tropfte von den Dächern und auf die Straßen, das sich schließlich in einem 20 Meter tiefen Wasserloch sich sammelte.

Zitadelle

Das "Highlight" hier ist natürlich der israelitische Tempel, der älteste der jemals entdeckt und ausgegraben wurde. Sein Bauplan - insbesondere das Allerheiligste – ähnelten dem von Salomons Tempel in Jerusalem.
Eine Reihe von kleinen Räumen umgeben den Hof, in einem von ihnen steht ein Altar. Zwei niedrige gehörnte Weihrauch Altäre flankieren den Eingang zum Allerheiligsten, und zwei Stelen dahinter sind noch in Situ. Einige behaupten, dass sie eine Kopie der 10 Gebote sind, andere behaupten, daß sie für den Herrn und für Ascherath waren. Eine Inschrift erwähnt aber ein "Haus des Herrn", die sich entweder auf den Tempel von Arad oder der Tempel in Jerusalem bezog.

Knochen von koscheren Tieren nahe am Altar beweisen das dies ein jüdischer Kultort war. Da die Ausgrabungen auf dem Tempelberg in Jerusalem verboten sind, ist der Arad-Tempel von großer Bedeutung für die Archäologie und die Geschichte der jüdischen Religion. Es ist ein Beweis für die Dezentralisierung der Anbetung im ersten Jahrhundert nach der Eroberung der Israeliten des verheißenen Landes Kanaan. Dies endete, als König Josiah von Juda den Gottesdienst in den Tempel von Jerusalem konzentrierte.

Der Tempel wurde aufgegeben und nicht durch Feuer oder Krieg zerstört.


Schwierigkeit: Leicht

Anfahrt: Arad-Shoket Straße (Nr. 31), an Tel Arad Abzweigung nach Norden auf Straße Nr. 80.

Besuchsdauer: 1-2 Stunden
Beste Zeit: ganzjährig

Öffnungszeiten: Winterzeit 8 – 16 Uhr
Sommerzeit 8 – 17 Uhr.
Freitag und Feiertagsabende Schließung 1 Stunde früher
Letzter Einlaß 1 Stunde vor Schließung

Telefon: 057-776-2170