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Gartengrab

Das Gartengrab liegt nördlich des Damaskus Tores, außerhalb der Jerusalemer Altstadt Mauer. Der blühende Garten mit zwitschernden Vögeln liegt abseits vom Lärm Ost-Jerusalems, und ist eine Oase der Ruhe.

In 1883 stieß der britische General Charles Gordon (vormals Gouverneur im Sudan und Held von Khartoun), auf eine Felswand und glaubte hier sei Jesus Grab und Golgatha.

Als "Beweise" sah Gordon die Lage außerhalb der Stadtmauer, und das die Felswand das Gesicht eines Schädels aufweist. Mit etwas Fantasie kann man Augen, Nase und Mund erkennen (der "Mund" wurde beim Bau der palästinensischen Busstation in den 50ger Jahren zerstört). Auch der Hügel selber sah nach Gordons Meinung einem Schädel ähnlich. Da der Name „Golgota“ vom aramäischen Wort Gûlgoltâ („Schädel“) abgeleitet werden kann, schloss Gordon, dass dies der Ort der Kreuzigung sein müsse.

Die Evangelien berichten von einem schädel-förmigen Felsen der Golgatha hieß (Mt 27,33 ; Mk 15,22 ;Joh 19,17). Bereits 1842 vermutete der deutsche Otto Thenius das sich Golgota vom hebräischen Gulgolet oder vom aramäischen. Gûlgoltâ ableite. Auch Claude Reignier Conder (1870) und Fisher Howe (1871) vertraten diese Ansicht.

1894 wurde zur Erhaltung des Ortes die englische „Gartengrabvereinigung“ gegründet und das Gelände gekauft wurde.

Unter Archäologen geht man heute allgemein davon aus, dass es sich beim Gartengrab nicht um das Grab Jesu handelt. So urteilte etwa der benediktiner und Archäologe Bargil Pixner:
„Das sogenannte Gartengrab …. nördlich des Damaskustores ist zwar ein attraktiver Platz für Meditation und Gebet, aber aus archäologischen und historischen Gründen als Stätte der Kreuzigung und des Begräbnisses Jesu indiskutabel.“.

Christliche und jüdische Historiker und Archäologen sehen die Grabeskirche als Ort der Kreuzigung, Beisetzung und Auferstehung Jesus für wissenschaftlich realistisch. Dies Gebiet lag zur Zeit Jesus auch außerhalb der Stadtmauer.

Die protestantische Kirche freute sich sehr über Gordons "Entdeckung", schließlich hat sie keinen Besitz und keine Liturgie-Rechte in der Grabeskirche. Nun hatten sie für ihre Gläubigen ein Grab Christi.

Über der Felswand mit dem Gesicht liegt heute ein moslemischer Friedhof.
Darüber hinaus gibt es eine Weinpresse und ein Wasserreservoir. Die Grabhöhle hat zwei Kammern. Man kann Kreuze sehen, die aus dem Byzantinium (4-7. Jahrhundert) stammen.

Eintritt: Frei, aber Spende erwünscht

Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 9 – 12 und 14:30 - 17:00 Uhr.

Lage: Conrad Schick Straße nördlich vom Damaskus Tor, zwischen der Schmidt Mädchenschule und der Ecole Biblique.