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Berg der Seligpreisungen am See Genezareth

Kaum einer aus dem Abendland ist nicht vertraut mit der Bergpredigt und dem Berg der Seligpreisungen. Aber bitte sich keinen alpinen Berg vorstellen, denn der Hügel mit der Kirche liegt unter dem Meeresspiegel!

Der Evangelist Matthäus (Mt 5–7) schreibt, dass Jesus auf einen Berg stieg und mit seiner Bergpredigt die Zuhörer unterwies:

"Selig sind, die da geistlich arm sind; denn das Himmelreich ist ihr.
Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.
Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.
Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.
Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
Selig sind, die reines Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.
Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen.
Selig sind, die um Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn das Himmelreich ist ihr.
Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, so sie daran lügen. Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel wohl belohnt werden. Denn also haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind."

Nach Lukas 6:12-13 hat Jesus auch seine Apostel hier benannt: "Es begab sich aber zu der Zeit, dass er auf einen Berg ging, um zu beten; und er blieb die Nacht über im Gebet zu Gott. Und als es Tag wurde, rief er seine Jünger und erwählte zwölf von ihnen."

Auf dem nahe des Sees Genezareth gelegenen Hügel erbaute der Vatikan-Architekt Antonio Barluzzi 1937 die Kirche. Die Kirche der Seligpreisungen ist ein Achteck (8 Seligpreisungen) mit Säulen umgeben. Auch hier verband Barluzzi Architektur mit biblischen Inhalten: Schwarzer Basalt ist der natürliche Stein am See Genezareth, der neuen Heimat Jesus, heller Kalkstein in der Kuppel symbolisiert die Herkunft aus Nazareth (dort ist Kalksteingebiet), und die Säulen sind aus Travertin, dem Gestein der römischen Sakralbauten (Verbindung zum Vatikan). Die Kuppel ist innen golden und symbolisiert die Sonne, während der Fußboden die Wellen auf dem See Genezareth zeigt. Es sind die drei christlichen Tugenden (Glaube, Hoffnung und Nächstenliebe) und vier irdenen Tugenden (Klugheit, Mäßigung, Tapferkeit und Gerechtigkeit) dargestellt. Von der Galerie aus um die Kirche haben Besucher einen fantastischen Ausblick über den See Genezareth.

Vor der Kirche sind in Bodenmosaiken biblische Figuren dargestellt. Die prächtige Gartenanlage ist der ideale Ort zur Besinnung und zum Lesen in der Bibel, und lädt förmlich zum Verweilen ein. Auf dem Gelände steht auch das neu erbaute Pilgerhospiz, umgeben von Blumen und alten Fikus-Bäumen.

An der Rückseite des Kirchengeländes gibt es einen Feldweg hinunter nach Tabgha, ca. 30 Minuten Gehzeit. Ich empfehle die westliche Variante entlang der Olivenplantagen. Der Weg endet genau gegenüber der Brotvermehrungskirche.